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linuxWenn Sie einen alten Desktop-Rechner oder Laptop besitzen und diesem neues Leben einhauchen möchten, ist eine leichte Linux-Distribution oft die einzige Möglichkeit, um eine flüssig funktionierende Computerumgebung zu schaffen. Hier gibt es eine Vielzahl von Optionen und damit potenziell jede Menge Verwirrung für Laien und auch fortgeschrittene Anwender.

Nicht wenige greifen deshalb auf ein unsicheres Windows XP zurück und gefährden ihre privaten Daten dadurch fahrlässig. Damit Sie auf der sicheren Seite arbeiten, surfen, streamen etc., hier die 10 leichtesten Linux Distributionen für alte Rechner.

Linux mit geringen Systemanforderungen

Die Anwendungen sind in Bezug auf ihre Systemanforderungen absteigend gelistet. Auf Platz 1 finden Sie also das Betriebssystem mit den geringsten Anforderungen.

10. Peppermint

Peppermint ist eine Cloud-fokussierte Linux-Distribution, die keine High-End-Hardware benötigt. Es basiert auf Ubuntu und verwendet die LXDE Desktop-Umgebung, um Ihnen ein eingängiges Arbeitsumfeld zu bieten.

Ursprünglich mit einem webzentrierten Ansatz für Netbooks gedacht, haben die Programmierer von Peppermint eine ICE-Anwendung entwickelt, durch die jede Website als Desktop-Applikation integriert werden kann.

Darüber hinaus gibt es eine sehr ordentliche Anleitung für Einsteiger, mithilfe derer sich neue und/oder unerfahrene Benutzern schnell zurechtfinden sollten. Ein Support Forum steht ebenfalls zur Verfügung.

Mindestsystemanforderungen für Peppermint OS:

  • RAM: 1 GB RAM (empfohlen 2 GB)
  • CPU: Prozessor basierend auf der Intel x86-Struktur
  • Festplattenspeicher: mindestens 4 GB

9. Lubuntu

Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei Lubuntu um ein Mitglied der Ubuntu-Familie – aber basierend auf der LXDE-Desktop-Umgebung.

Sowohl auf älteren als auch neuen Rechnern leistest Lubuntu sehr gute Arbeit. Es ist eine der leichteste Varianten von Ubuntu, also bietet es sich natürlich für ältere Hardware an.

Lubuntu kommt mit GPicView für die Bildbetrachtung, MTPaint für die Bildbearbeitung, Evince für die Ansicht von PDFs, dem Audacious Musik-Player, dem Gnome-Player für Video, Guvcview für Webcam-Einsätze, dem beliebten Chromium Bowser, Sylpheed für E-Mail, Pidgin für Instant Messaging, Transmission für Torrents, Gnumeric für Tabellenkalkulationen, AbiWord für Texte, Xpad für Notizen und vielem mehr.

Wenn Sie Ubuntu schon einmal verwendet haben, dann wird Ihnen Lubuntu sehr bekannt vorkommen. Software und Verzeichnisse sind identisch.

Mindestanforderungen an die Hardware für Lubuntu:

  • RAM: 512 MB RAM (empfohlen 1 GB)
  • CPU: Pentium 4, Pentium M, AMD K8 oder höher

8. Linux Lite

Linux Lite ist natürlich eine abgespeckte Version der klassischen Linux-Distribution. Selbst Anfänger können dieses eingängige Betriebssystem auf älteren Computern leicht benutzen. Linux Lite basiert auf Ubuntu LTS (Long Term Support). Die LTS-Version bietet 5 Jahre Support. Das heißt, sobald Sie Linux Lite auf Ihrem Computer installieren, sollten Sie automatisch Updates für 5 Jahre erhalten.

Linux Lite ist laut Entwickler sofort einsatzbereit. Sie müssen also keine zusätzliche Software installieren, was selbstverständlich ziemlich hilfreich für Anfänger ist.

Einige der vorinstallierten Apps sind Firefox, Thunderbird für E-Mails, Dropbox für Cloud-Speicher, der VLC Media Player für Musikhören und Videos, LibreOffice für Büroarbeiten aller Art und Gimp für Bildbearbeitung.

Mindestanforderungen an die Hardware für Linux Lite:

  • RAM: 512 MB RAM (empfohlen 1 GB)
  • CPU: 700 MHz Prozessor
  • Display: VGA-Bildschirm 1024×768 (empfohlen VGA-, DVI- oder HDMI-Bildschirm 1366×768)
  • Festplattenspeicher: mindestens 5 GB

7. LXLE

LXLE ist im Grunde eine Weiterentwicklung der Lubuntu LTS-Version. Es wurde speziell entwickelt, um alte Computer wiederzubeleben.

Obwohl es sich um eine sehr leichte Linux-Distribution handelt, müssen Sie bei LXLE nicht auf eine intuitive Benutzeroberfläche und einiges Design verzichten. Das System ist zur Leistungssteigerung alter Rechner optimiert und wird mit einer Vielzahl von leichten Standard-Anwendungen geliefert.

Mindestanforderungen an die Hardware für LXLE:

  • RAM: 512 MB (empfohlen 1 GB)
  • CPU: Pentium 3 (empfohlen Pentium 4)
  • Festplattenspeicher: 8 GB

6. CrunchBang++

CrunchBang++ ist auch bekannt als CBPP oder #!++ oder CrunchBang Plus Plus. Crunchbang++ ist der Klon der toten Linux-Distribution Crunchbang Linux, die besonders einfach und ressourcenschonend war. Das Betriebssystem basiert auf Debian 9 mit einem minimalistischen Nutzer-Interface. Letzteres ist um den leichten Openbox Window Manager aufgebaut.

Hier haben wir ein einfach zu bedienendes und sehr leichtes Linux mit guter Funktionalität.

Einige der Standardanwendungen in Crunchbang++ sind Geany IDE, Terminator Terminal Emulator, Thunar File Manager, Gimp für die Bildbearbeitung, Viewnior Image Viewer, VLC Media Player für Musik, die Xfburn CD/DVD-Brennsoftware, der Iceweasel Browser, der Transmission Torrent Client, das Tabellenkalkulationsprogramm von Gnumeric, Evince PDF Viewer, der gFTP File Transfer Client, der Xchat IRC Client und AbiWord für die Textbearbeitung.

Mindestanforderungen an die Hardware für CrunchBang++:

  • Es gibt keine offiziellen Hardware-Empfehlungen für Crunchbang++. Es sollte mit 512 MB RAM und einer Pentium 4 CPU funktionieren.

5. Bodhi Linux

Bodhi Linux ist wirklich sehr gut geeignet für die Nutzung auf einem älteren Computer. Da nicht viel Software vorinstalliert ist, benötigen Sie nur sehr wenig Speicher, um es zu verwenden. Natürlich sind Programme auch hier praktisch frei nachinstallierbar.

Die Verwendung des Window Managers Enlightenment macht das Betriebssystem zudem überaus schnell, womit Bodhi Linux vielen anderen Linux-Distributionen einen Schritt voraus ist.

Sollte einmal ein Problem mit Enlightenment oder einer anderen Funktion von Bodhi auftreten, finden Sie schnell Hilfe innerhalb der zahlreichen Support Guides.

Enlightenment kommt mit einige grundlegende Anwendungen, wie dem schnellen Midori Browser oder dem ePad Text Editor. Apps für Multimedia gibt es nicht, können aber schnell über das App Center installiert werden.

Mindestanforderungen an die Hardware für Bodhi Linux:

  • Arbeitsspeicher: 256 MB RAM
  • CPU: 1,0 GHz
  • Festplattenspeicher: 4 GB Festplattenspeicher

4. antiX Linux

antIiX ist eine leichte Linux-Distribution, die auf Debian Linux basiert. Die Entwickler sind sehr stolz darauf, hier eine Systemd-freie Linux-Distribution bereitstellen zu können. Dass das Betriebssystem Systemd-frei ist, sollte Laien egal sein, viel wichtiger ist für jene wohl, dass es bestens auf alten Rechnern läuft.

antiX Linux verwendet den Icewm Window Manager, der dafür sorgt, dass das System auch auf sehr ressourcenbeschränkten Geräten funktioniert. Es bietet nur wenig vorinstallierte Software, sodass die Speichervoraussetzungen gering sind. Das Installieren zusätzlicher Programme ist aber wie immer kein Problem.

Mindestanforderungen an die Hardware für antiX Linux:

  • Arbeitsspeicher: 256 MB RAM
  • CPU: Pentium 3
  • Festplattenspeicher: 2,7 GB

3. SparkyLinux

Der dritte Platz auf unserer Liste der leichten Linux-Distributionen gehört SparkyLinux. SparkyLinux ist zwar ein Betriebssystem mit grundsätzlich sehr geringem Umfang, zielt aber gleichzeitig auch auf moderne Computer ab. Es gibt verschiedene Versionen mit vielen und weniger vorinstallierten Anwendungen.

SparkyLinux basiert auf Debian und verfügt über mehrere Desktop-Umgebungen, darunter LXDE, OpenBox/JWM, e17, MATE, LXQt, Cli und GameOver.

Für Ihren alten Computer sollten Sie die Base Edition wählen. Hier können Sie dann natürlich alles, was Ihnen an Anwendungen fehlt, ganz leicht nachinstallieren.

Mindestanforderungen an die Hardware für SparkyLinux:

  • RAM: 256 MB RAM für LXDE, e17, Openbox, GameOver und 384 MB RAM für MATE, LXQt
  • CPU: Intel i486 oder Amd64
  • Festplattenspeicher: 5 GB

2. Puppy Linux

Puppy Linux ist eine der kleinsten und dabei schnellsten Linux Distributionen. Sie ist standardmäßig nur ca. 200 MB groß.

Das System kann zum Beispiel ganz einfach über einen USB Stick gestartet werden. Es ist aber ebenso möglich, es per CD/DVD zu verwenden. Nach dem Booten ziehen Sie den USB Stick einfach heraus bzw. werfen die CD/DVD aus und Puppy Linux läuft reibungslos weiter. Das Betriebssystem ist so klein, dass es alles im RAM speichert, was es wiederum sehr schnell macht. Sie können sogar sämtliche Daten auf demselben USB-Stick ablegen, von dem Sie Puppy Linux booten.

Puppy Linux verwendet den JWM und Openbox Window Manager, was den Ressourcenverbrauch überaus gering hält. Wenn Sie Puppy Linux auf einem alten Computer verwenden, sollten Sie selbstverständlich versuchen, ausschließlich dementsprechend leichte Anwendungen und Tools zu installieren.

Da Puppy Linux so konzipiert ist, dass es möglichst schnell funktioniert, wird nur wenig vorinstallierte Software mitgeliefert. Es gibt zum Beispiel AbiWord für die Textverarbeitung, Gnumeric für Tabellenkalkulationen und verschiedene Programme zur Grafikbearbeitung sowie Medienwiedergabe.

Mindestanforderungen an die Hardware für Puppy Linux:

  • RAM: 64 MB (empfohlen 256 MB)
  • CPU: 333 MHz

1. Tiny Core

Tiny Core ist tatsächlich nur 15 MB groß! Für ihren geringen Umfang hat diese Linux Distribution allerdings erstaunlich viel zu bieten. Sie kommt mit einem minimalen Interface und sehr wenigen installierten Anwendungen, aber bootet schneller als jedes andere Betriebssystem.

Tiny Core Linux entstand aus dem Damn Small Project, ist jetzt aber völlig unabhängig. Es arbeitet standardmäßig mit FLTK/FKWM und BusyBox Desktop. Wie bei den zuvor genannten Betriebssystemen bekommen Sie auch hier die Möglichkeit, von Office-Programmen bis hin zu Multimedia Software praktisch alles nachzuinstallieren.

Sie haben die Wahl zwischen drei Editionen: Core, Tiny Core und CorePlus. Core ist das Basissystem, das nur CLI (Command Line Interface) bietet. Für Ihren alten Rechner ist das natürlich ideal, aber weniger erfahrene User werden hier wohl eher nicht zugreifen.

An jene richtet sich die TinyCore Edition. Diese bietet ein GUI Interface (Graphical User Interface), mit dem auch Anfänger schnell zurechtkommen sollten.

Mindestanforderungen an die Hardware für Tiny Core Linux:

  • RAM: 46 MB (empfohlen 64 MB)
  • CPU: Pentium 2

Fazit zu den Lightweight Linux Distros

Die Installation eines der beschriebenen Linux-Systeme sollte Ihnen in jedem Fall keine Probleme bereiten. Sie erhalten bei allen Distributionen Tutorials, Anleitungen und/oder weiteren Support. Achten Sie dabei immer darauf, auch beim Hinzufügen von zusätzlichen Anwendungen keine Ressourcenfresser zu wählen. Wenn Sie die Installation genau nach Vorgabe bzw. den vorausgesetzten Mindestanforderungen durchführen und auch im Nachhinein keine zu großen/aufwendigen Programme installieren, wird Sie Ihr alter Rechner sicher noch einige Zeit verlässlich begleiten!